Wenn wir nicht mit Gott rechnen

Datum: Sonntag, 13. Dezember 2020 | Prediger/in:
Serie: | Bibeltext: Lukas 2, 8-20

Liebe Gemeinde
Wie können wir wegen Corona dieses Jahr Weihnachten feiern? Zum Glück sind die äusseren Bedingungen und die Traditionen nicht die Hauptsache von Weihnachten. Es geht um die Frage, wie wir mit Gottes Freudenbotschaft umgehen. Wie ernst nehmen wir sie?

Gott überrascht uns Menschen mit seiner Freudenbotschaft

Wir lesen in der Bibel, wie zuerst die Hirten erfahren, dass Gott an ihrem Leben interessiert ist. Das Volk Israel war früher ein Volk von Hirten. Zur Zeit des Neuen Testaments war das anders. Die Hirten wurden von der religiösen Elite in Israel verachtet. Sie hüteten bei Tag und bei Nacht die Schafe. Darum konnten sie nicht regelmässig an religiösen Festen und Veranstaltungen teilnehmen. Zu diesen verachteten Hirten auf dem Feld sendete Gott einen Engel. Keiner der Hirten rechnete mit diesem Zeichen von Gott. Sie waren völlig überrascht. Gott aber zeigte ihnen dadurch, dass er an ihrem Leben interessiert ist.

Der Engel verkündete den Hirten Gottes Freudenbotschaft in dem er Ihnen sprach: «Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch grosse Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids» (Lk 2,10-11). Diese Botschaft wird bestätigt durch den Lobgesang der unzähligen Engel. Haben wir es gehört? Diese grosse Freude gilt allen Menschen. Die Freudenbotschaft von der Geburt Jesu zeigt uns allen, wie sehr Gott an unserem Leben interessiert ist.

Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus

Jesus ist für uns alle in die Welt gekommen. Immer wieder treten religiöse Führer oder mächtige Herrscher als Heilande in unserer Welt auf. Jesus ist nicht wie sie. Darum kommt er als der Christus (Messias) zu uns. Seine Erkennungszeichen sind, Windeln und Krippe. Das bedeutet Armut und kindliche Hilflosigkeit. Damit enttäuscht er die falschen Erwartungen an den Heiland. Später kommt als entscheidendes Kennzeichen noch das Kreuz dazu.

Der Lobpreis der Engel verkündet uns, was die Geburt Jesu für uns bedeutet. Jesus bringt uns den endzeitlichen und ewig gültigen Frieden von Gott in unser Leben. Und dieser Friede will Jesus allen Menschen schenken. Dieses Geschenk kann uns kein Mensch mehr wegnehmen. Das hatten die Hirten verstanden. Darum lobten sie Gott und erzählten anderen von ihrer Begegnung mit Jesus.

Durch Jesus Christus hat uns Gott seine Liebe geschenkt

Wir sind ihm alle wichtig. An der Situation der Hirten zeigt uns Gott, wie er uns Menschen in sein Handeln einbezieht. Er ist nicht nur am Leben von Reichen, Privilegierten, Klugen, Mächtigen und moralisch Reinen interessiert. Gott schenkt seine Aufmerksamkeit gerade auch Armen, Geringen, gesellschaftlich Verstossenen, Unmündigen, Sündern und Heiden. Die Hirten hörten auf die Botschaft, dass es Gott wirklich gibt. Dadurch verstanden sie, dass Gott an ihrem Leben interessiert ist. Und sie machten sie sich auf den Weg, um Jesus zu suchen. Sie fanden ihn in einem staubigen Stall. Dort begegnete ihnen Gottes Herrlichkeit und Liebe durch Jesus Christus. Die Begegnung mit Jesus berührte ihre Herzen, weil sie dieses Zeichen, das Gott ihnen gab, ernst genommen haben.

Durch Jesus will Gott alle Menschen im Herzen berühren. Denn allein bei ihm finden wir Gottes Gnade und Wahrheit. Es geht in unserem Leben um viel mehr als nur um religiöse Traditionen und Rituale. Jesus sagt uns, dass wir bei ihm den Heiligen Geist empfangen, damit wir als geistliche Menschen leben lernen. Wie ernst nehmen wir die Freudenbotschaft Gottes? Durch den Engel spricht Gott auch uns an. Sind wir bereit, wie die Hirten das gewohnte Umfeld zu verlassen? Nehmen wir das Zeichen Gottes, welches er uns in der Geburt Jesu schenkt, für unser Leben ernst? Es geht dabei um Leben und Tod. Durch die Geburt Jesu will uns Gott in seine rettende und erlösende Gemeinschaft aufnehmen. Es geht darum, dass wir seine Rettung und Erlösung annehmen und als geistliche Menschen leben lernen.

Der Glaube an Jesus Christus hat immer auch mit Gehorsam zu tun. Denn mit der Geburt Jesu ist auch das Endgericht angebrochen. Im Licht seiner göttlichen Gnade, ermöglicht uns Jesus das neue Leben. Wer seine Schuld abstreitet, nimmt Gottes Freudenbotschaft nicht ernst und hat das neue Leben noch nicht wirklich gefunden. Jesus will uns Menschen unsere Schuld vergeben, damit wir mit ihm zusammen in seinem Geist leben können. Das neue Leben zeigt sich in der Verbundenheit mit unserem himmlischen Vater und mit unserem Heiland Jesus Christus und dem Heiligen Geist. In dieser Gemeinschaft erfahren wir, wie Gott uns liebt. Und diese Erfahrung von Gott geliebt zu werden befähigt uns wie damals die Hirten, zur Liebe an unseren Mitmenschen. Darum sucht der neue Mensch immer wieder die geistliche Erneuerung, die Kraft für seine Aufgaben, die nötige Einsicht und den Trost bei seinem Heiland Jesus Christus – Amen.

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