Von der Autorität Gottes leben

Datum: Sonntag, 6. März 2022 | Prediger/in:
Serie: | Bibeltext: 1. Korinther 13,4-6

In unserer Gesellschaft hat die Selbstbestimmung einen hohen Stellenwert. Viele Menschen wollen selber entscheiden, welche Regeln, Normen, Werte und Verbindlichkeiten für sie gelten. Es wird endlos darüber gestritten, was in unserem Leben richtig und falsch ist. Jesus kennt unseren Eigensinn und alle bedrohlichen Auswirkungen, die daraus entstehen. Darum sagt er in der Bergpredigt: «Ich aber sage euch»! Jesus redet zu uns. Seine Worte sind die Wahrheit für unser Leben. Seine Worte öffnen uns die Augen, damit wir Gottes Gebote richtig verstehen und ernstnehmen.

Jesus will durch seine Worte eine grundlegende Neuorientierung in unseren Leben bewirken. Er befähigt uns durch seine Kraft und seinen Geist für Gottes ewiges Reich zu leben. Durch seine Autorität überwindet Jesus in unserem Denken den Eigensinn und erlöst uns von seinen schlimmen Auswirkungen. Wo Jesus das Leben von Menschen leitet, wird die Selbstbestimmung überwunden. Jünger von Jesus leben nach den guten Anweisungen ihres Herrn und Erlösers und sind befreit von dem Krampf Regeln, Normen, Werte und Verbindlichkeiten in den Hintergrund drängen zu müssen.

Christen richten sich auf Gottes Autorität aus

Jesus leitet seine Autorität von keiner menschlichen Instanz ab. Johannes sagt über Jesus:

«Der von oben kommt, ist über allen. Wer von der Erde ist, der ist von der Erde und redet von der Erde. Der vom Himmel kommt, der ist über allen und bezeugt, was er gesehen und gehört hat; und sein Zeugnis nimmt niemand an. Wer es aber annimmt, der besiegelt, dass Gott wahrhaftig ist. Denn der, den Gott gesandt hat, redet Gottes Wort; denn Gott gibt den Geist ohne Mass» (Joh 3,31-34).

Nachfolger von Jesus Christus kennen die wirkliche und wahre Autorität für unser Leben: Autorität ist vom Wort «auctor» abgeleitet = Urheber, Förderer, Vorbild, Anstifter und Mahner. Wahre Autorität hat mit Vertrauen zu tun, weil sie das Leben mehrt, bereichert, fördert, unterstützt, reifen lässt und für das Leben und Verhalten ein Vorbild ist.

Der Glaube an Jesus Christus hat immer mit Vertrauen und Gehorsam zu tun. Gottes Autorität bewirkt eine nachhaltige Qualität in den sozialen Beziehungen. Jesus zeigt uns auf, dass Gottes Gebote nicht erst bei einer Übertretung überschritten werden. Die Macht der Finsternis wirkt sich bereits in den Gedanken und bei unseren Äusserungen aus, mit denen wir uns und unsere Mitmenschen verletzen. Mit diesen Gedanken kommen Christen im Gebet zu Jesus Christus. Er befreit unsere Gedanken aus der Macht der Finsternis und gibt uns seine Gedanken. Durch Jesus empfangen wir den Heiligen Geist. Er rüstet uns mit der göttlichen Waffenrüstung (Eph 6,10-17) aus. Dadurch werden unsere Gedanken und unser Wille fähig, Jesus Christus mit unserem Leben zu dienen. Er lenkt unsere Gedanken in eine ganz neue Richtung. Daraus folgt unser neues und gerechtes Handeln. Jesus sagt: «Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe» (Joh 13,34).

Von der Autorität Gottes leben

Wer Autorität hat, der lebt von Gottes Autorität. Wahre Autorität zeigt sich daran, dass wir die Menschen ernst nehmen: Unsere Eltern, den Ehepartner, die Kinder, die Mitchristen in der Gemeinde Jesu, die Mitarbeiter am Arbeitsplatz und unsere Nachbarn. Die Nächstenliebe ist ein Kennzeichen wahrer Autorität. Menschen erkennen, ob wir ihre Bedürfnisse und Sorgen ernst nehmen oder nicht. Welche Interessen und Ziele leiten uns? Nur unsere eigenen – oder sehen wir auch die Bedürfnisse und Interessen von unseren Mitmenschen? Paulus sagt:

«Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen» (Eph 2,10).

Die guten Werke retten uns nicht, dafür ist Jesus für uns gestorben. Das bedeutet aber nicht, dass wir keine guten Werke tun sollen. Die guten Werke sind nie unser Verdienst, denn sie sind durch die schöpferische Liebe von Gott vorbereitet worden. Der Sinn unseres Lebens besteht darin, diese Werke der Liebe umzusetzen!

Zuerst dürfen wir als Christen immer Gottes schöpferische Liebe am eigenen Leben erfahren. Wir bringen unsere Trägheit, Fehlziele und Fehlentwicklungen in unserem Leben zu Jesus Christus. Eine echte und tiefe Busse verändert uns! Jesus will in seiner Güte zuerst unsere verletzten Seelen heilen! Beim Lesen der Bibel und beim Beten zeigt uns der Heilige Geist auf, wo wir uns zum Nachteil von anderen Menschen durchsetzen oder wo wir die Interessen von Mitmenschen aus den Augen verloren haben. Jesus will uns von allem Finsteren im Leben erlösen, damit wir durch ihn in seinem Licht leben können. Die Frucht von seinem Licht bewirkt in unserem Leben Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit (Eph 5,8.9).

Menschen mit Autorität reden mit Jesus Christus im Gebet immer wieder über ihr eigenes Leben. Er ist unser wahres Vorbild. Ihm geben wir als seine Nachfolger Rechenschaft über unser Leben. Jesus ist mit seiner Erlösung für uns da, damit wir nicht länger selbstherrlich und selbstsüchtig Handeln müssen. Wir dürfen überwältigt von Jesu Güte und Liebe leben. Menschen die Jesu Erlösung und Liebe wirklich erfahren haben, lassen sich von Jesu Autorität leiten und geben diese Liebe an andere weiter.

Liebe ist die wichtigste Eigenschaft für unser Leben

Die Liebe von Jesus Christus sieht, hört und respektiert den Nächsten, wie es Paulus im 1. Korintherbrief 13 für uns aufgeschrieben hat (wir hören auf die Verse 4-6): «Liebe ist geduldig, Liebe ist freundlich. Sie kennt keinen Neid, sie spielt sich nicht auf, sie ist nicht eingebildet. Sie verhält sich nicht taktlos, sie sucht nicht den eigenen Vorteil, sie verliert nicht die Beherrschung, sie trägt keinem etwas nach. Sie freut sich nicht, wenn Unrecht geschieht, aber wo die Wahrheit siegt, freut sie sich mit». (Wir können statt Liebe auch Jesus in diesem Text einsetzen).

Diese Autorität und Liebe haben wir nicht aus uns selbst. Bei allem guten Willen und bei aller Selbstdisziplin können wir diese Liebe nicht aus uns herauspressen. Diese Liebe ist nicht zuerst eine Aufforderung an uns. Wenn wir selbst versuchen diesen Idealen nachzueifern, überfordern wir uns und andere. Diese Liebe ist das Geschenk von unserem Herrn Jesus Christus. Nachfolger Jesu leben von der Erfahrung dieser Liebe ihres Herrn und Erlösers. Darum müssen und können wir keine wahre Autorität erzwingen. Sie entsteht in unserem Leben, wo wir uns beim Bibellesen und im Gebet der Liebe Jesu öffnen.

Die Liebe ist die wichtigste Eigenschaft, mit der uns Jesus Christus beschenkt. Wie wurde mein Leben durch diese Gabe von Jesus schon verändert? Die Liebe Jesu bewirkt, dass wir geduldiger, nachsichtiger und gütiger mit uns selbst und mit unseren Nächsten umgehen. Wir sind von Jesus geliebt und müssen uns darum nicht länger aufspielen, sondern können uns ganz darauf konzentrieren, einander in der Liebe Jesu zu dienen. Nachfolger Jesu sind durch diese wichtigste Eigenschaft der Liebe, positive Erzieher, liebenswerte Ehepartner, ehrliche und treue Mitarbeiter, respektvolle Lehrer und hilfreiche Vorbilder für andere.

Die christliche Gemeinde und die Familie funktionieren nur dann richtig, wenn wir einander lieben und respektieren. Jesu Liebe leitet uns darum an, mutig Stellung zu beziehen in wichtigen Fragen, wirklich da zu sein für meinen Ehepartner, für die Kinder und für die betagten Eltern. Jesu Liebe leitet uns an, die Verantwortung in der Gemeinde und in der Diakonie treu wahrzunehmen. Liebe ist Arbeit und fordert uns täglich zum konkreten Entscheiden und Handeln auf. Wo wir diese Arbeit auf uns nehmen und die Liebe Jesus weitergeben, sind wir seine Zeugen. In einer Kirche steht ein Bild vom gekreuzigten Jesus. Darunter steht die Frage: Das tat ich für dich, was tust du für mich? – Amen.

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