Rede, Herr, denn dein Knecht hört

Datum: Sonntag, 21. März 2021 | Prediger/in:
Serie: | Bibeltext: Mt 7,21-29

Horchen und gehorchen

Da merkte Eli, dass der Herr den Knaben rief, und sprach zu ihm: Geh wieder hin und lege dich schlafen; und wenn du gerufen wirst, so sprich: Rede, Herr, denn dein Knecht hört. (1 Sam 3,8f)

„Rede, Herr, dein Knecht hört“.
In diesem kurzen Satz erklärt, Samuel gleich 3 Mal seine Bereitschaft zu gehorchen.
Rede, Herr, du bist der Herr, der das Sagen hat.
Dein Knecht bin ich, ich diene dir.
Und ich höre dir zu.
Viele von uns haben schon negative Erfahrungen gemacht mit Gehorsam. Erzwungener Gehorsam ist nicht gut aber einem Guten Herrn zu gehorchen der es gut mit einem meint ist sehr gut.

Warum steht hier darum?

Darum, wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute. (Mt 7,24)

Immer wenn wir ein Verbindungswort wie darum, deshalb, deswegen sehen, ist es hilfreich zu fragen, worauf sich das bezieht. Es bedeutet, dass Jesus schon vorher erklärt hat, wieso dass was er jetzt noch sagen wird, wichtig ist.

Die Bergpredigt (Matthäus Kap. 5-7)

Die Rede, welche Jesus gehalten hat, nennen wir die Bergpredigt.
Jesus beginnt mit der Seligpreisung (5,3-12) und stellt alle Wertvorstellungen Kopf. Die Gewinner bei ihm sind genau diejenigen, die von der Welt verachtet werden. Sie werden von Jesus aufgefordert Salz und Licht zu sein, so das andere Menschen an ihren Taten Gott erkennen können (5,13-16). Jesus verschärft das Gesetz von Mose (5, 17-48) und erklärt, wie wir geben, beten und fasten sollen (6,1-18). Er unterscheidet zwischen rechten und falschen Sicherheiten sowie rechten und falschen Sorgen (6,19 -7,11). Fordert uns auf, Andere so zu behandeln, wie wir selbst behandelt werden wollen (7,12). Sagt, dass nur wenige den Weg zum Leben wählen (7,13f). Warnt vor falschen Propheten (7,15-20) und erklärt, dass nicht alle die ihn Herr nennen in den Himmel kommen (7,21-23).
Darum ist das Beispiel vom Hausbau wichtig.

(K)ein Fundament?

Und wer diese meine Rede hört und tut sie nicht, der gleicht einem törichten Mann, der sein Haus auf Sand baute. (Mt 7,26)

Der Erste ist klug und baut auf Felsen.
Der Zweite meint er sei klug und baut auf Sand.
Der Erste hört und tut.
Der Zweite hört zwar tut aber nicht.
Es gibt noch einen grammatikalischen Unterschied, der sich nicht so leicht übersetzten lässt.
Das erste Mal ist Hören und Tun eine aktive Handlung.
Das zweite Mal wird eher einen Zustand beschrieben, worin jemand zwar ebenfalls aktiv zuhört, aber nicht dem entsprechend handelt.
Man kann in einen Glaubensmodus fallen, in dem man hören will und sich interessiert für alles, was Jesus sagt, dies aber keine Auswirkung auf das eigene Leben hat.

Der Zimmermann

Ist er nicht der Zimmermann, Marias Sohn? (Mk 6,3)

Als Zimmermann weiss Jesus, wie wichtig ein solides Fundament ist. Zwar könnte er auch ohne die Hilfe des Steinhauers ein Haus bauen. Von aussen würde es gleich aussehen und drinnen wäre es genau so gemütlich. Aber das ist nicht der Hauptgrund, weshalb wir Häuser bauen. Ein Haus ist in erster Linie dafür da uns vor Unwetter zu schützten und genau das macht ein Haus ohne Fundament nicht. Im Gegenteil, dann droht uns, das Dach, auf den Kopf zu fallen, anstatt uns zu schützen.
Die Applikation auf unseren Glauben ist heftig.
Wenn alles rund läuft, sieht ein reiner Wissens-Glauben sehr gut aus. Wenn es aber stürmt in unserem Leben, sind wir noch besser dran, gar keinen Glauben zu haben, als ein Glauben, der nicht durch unser aktives Ausleben gefestigt wurde.
Wer aber die Rede von Jesus hört und danach handelt, findet darin einen Rückhalt, den ihn auch dann festhält, wenn alles andere zusammenbricht.

Kennst du Jesus?

Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen böse Geister ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Wunder getan?
Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie gekannt; weicht von mir, ihr Übeltäter! Darum, wer diese meine Rede hört … (Mk 7,23f)

Das Entscheidende für Jesus ist aber nicht was wir tun, sondern ob er uns kennt.
Und darum erzählt er das Gleichnis vom Hausbau.
Kennen, im Biblischen Sinn, hat viel mehr mit Erfahrung zu tun als mit wissen, es ist ein Wahrnehmen, Verstehen, Anerkennen und Annehmen. Was man erkennt wird Teil von sich selbst.
Eine andere Person wirklich zu kennen, heisst Anteil aneinander zu haben so das ihre Wünsche, Leiden, Erfolge usw. meine Wünsche, Leiden und Erfolge werden.
Und das Gleiche auch umgekehrt.
Eine so innige Beziehung wünscht sich Jesus mit dir… willst du das auch?
Dann ist es nicht mehr wichtig, was wir tun,
Dann ist nur noch wichtig, mit wem wir es tun.
Dann können wir wie Samuel sagen: „Sprich Herr, denn dein Knecht hört.“
Nicht aus Pflichtgefühl. Nicht aus Angst vor Konsequenzen. Sondern aus reiner Freude daran, am Leben von Jesus Anteil nehmen zu dürfen.

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