Prophetie ist ein Geschenk
26. April 2020

Prophetie ist ein Geschenk


Serie:


Passage:

1 Kor 14,3

Dienstart:

Das Geschenk

Strebt nach der Liebe! Bemüht euch um die Gaben des Geistes, am meisten aber um die Gabe der prophetischen Rede! (1 Kor 14,1)
Im 1. Korintherbrief Kapitel 12 werden zahlreiche Gaben (übernatürliche Geschenke) aufgezählt, die der Heilige Geist austeilt. Im 13. Kapitel geht es um das wichtigste aller Geschenke, die Liebe. Danach greift Paulus im 14. Kapitel zwei der Gnadengaben nochmals auf: die Prophetie und die Zungenrede. Paulus wünscht sich, dass wir alle in Zungen reden könnten aber noch mehr, dass wir prophetisch reden. Denn die Zungenrede ist für viele verwirrend, die prophetische Rede aber ist für alle aufbauend.

Das Vollkommene

Die Liebe hört niemals auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser prophetisches Reden ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. […] Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. (1 Kor 13,8-10.12).
Man wird nirgends Sünde tun noch freveln auf meinem ganzen heiligen Berge; denn das Land wird voll Erkenntnis des Herrn sein, wie Wasser das Meer bedeckt. (Jes 11,9)
Einige Theologen glauben, dass es heute keine Prophetie mehr gibt. In 1. Korinther 13,8 sagt Paulus eine Zeit voraus in der es keine Zungenrede keine göttliche Eingebung der Erkenntnis und keine Prophetie mehr geben wird, weil dies nur Stückwerk ist und wir dann das Vollkommene haben werden. Nun wird gelehrt, dass die Zusammenstellung der Bibel dieses Vollkommene sei und wir seither keine weitere Prophetie brauchen.
Das kann ich nicht glauben. Die Bibel ist der wichtigste Zugang den wir zu Gott haben aber sie verspricht uns auch, dass wir Gott einmal noch klarer erkennen können, als es jetzt möglich ist, nämlich von Angesicht zu Angesicht. So auch Paulus nur zwei Verse danach. Ich glaube Paulus meint mit dem Vollkommenen das gleiche wie z.B. Jesaja in Kapitel 11. Wenn das Vollkommene da ist, gibt es nicht Böses und keinen Irrtum mehr. Niemand muss andere belehren, weil alle direkt vor Gott stehen. Auf dieses Vollkommene warte ich noch. Bis dahin habe ich es nötig immer mehr zu erkennen, bis dahin habe ich es nötig, dass Gott sich prophetisch offenbart.

Die Warnung

Seht euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. (Mt 7,15)
Es waren aber auch falsche Propheten unter dem Volk, wie auch unter euch sein werden falsche Lehrer, die verderbliche Irrlehren einführen und verleugnen den Herrn. (2 Pet 2,1)
Auch die Bibel ist das Resultat göttlicher Prophetie. Wenn nun jemand behauptet Gott habe ihm etwas offenbart, das sich nicht mit der Bibel vereinen lässt, macht er Gott damit so unglaubwürdig, wie wenn ich in im persönlichen Gespräch mit dir eine ganz andere Position einnehmen würde, als ich vorher in der Predigt eingenommen habe.
In der Bibel werden wir mehrfach vor solch falschen Propheten gewarnt. Wenn es nach Jesus oder nach den ersten Aposteln keine Prophetie mehr gegeben hätte, hätte Jesus einfach sagen können: „Übrigens in 30 Jahren wird es keine Propheten mehr geben“. Aber das sagte er nicht, sattessen hat er uns Anweisungen gegeben wie wir zwischen falschen und wahren Propheten unterscheiden können (siehe Predigt vom 2. Februar).
Falsche Prophetie ist nicht deshalb so gefährlich, weil Prophetie an sich schlecht ist. Falsche Prophetie ist so zerstörerisch weil wahre Prophetie so wichtig ist.
Wenn Gott etwas verurteilt, dann immer um etwas Wertvolles zu schützen!
Du sollst nicht lügen, weil Wahrheit so wertvoll ist. Du sollst nicht töten, weil Leben so kostbar ist usw. Biblische Sexualmoral ist uns nicht gegeben, um uns den Spass zu verderben, sonder weil wir einander die Freude daran nicht verderben sollen.
Sexuelle Ausbeutung ist deshalb so schlimm, weil Sexualität an sich so gut ist. Und genau so ist es auch mit der Prophetie.
Falsche Prophetie ist deshalb so schlimm weil wahre Prophetie so gut ist.

Die Notwendigkeit

Da sprach die Schlange zur Frau: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist. (1 Mo 3,4f)
Durch Propheten offenbart sich Gott. Das haben wir nötig! Ohne Prophetie hätten wir kein Zugang zu göttlicher Wahrheit. Wir hätten keine andere Möglichkeit als selbst zu versuchen einen Gott zu werden, um Wahrheit für uns selbst zu definieren. Aber genau aus diesem Versuch kommt alles Böse und alles Leid.
Alles Schreckliche, dass du je erlebt hast, kommt aus dem menschlichen Versuch selbst Gott zu spielen und selbst zu entscheiden, was (für einem) wahr ist.
Durch die Prophetie verschenk sich Gott selbst, dass wir ihn als Gott haben dürfen und nicht selbst zum Gott werden müssen.
Der Prophet von Mose
Der Herr sprach zu Mose: Siehe, ich habe dich zum Gott gesetzt für den Pharao, und Aaron, dein Bruder, soll dein Prophet sein. (2 Mo 7,1)
Aber was oder wer ist ein Prophet?
Das Wort wird bei Abraham erstmals gebraucht. Gott hat zum Pharao gesprochen, dass er Sarah nicht anrühren darf, weil sie bereits verheiratet sei, nämlich mit Abraham seinem Propheten. Was Abraham zum Propheten macht, wird uns hier nicht verraten, aber dass Gott zum Pharao gesprochen hat, machte den Pharao offenbar nicht zum Propheten (vgl. 1 Mo 20,7).
Die zweite Person in der Bibel, die ein Prophet genannt wird, ist Aron. Interessant dabei ist aber, dass Aron hier nicht als ein Prophet Gottes bezeichnet wird, sondern ausdrücklich als den Propheten von seinem Bruder Mose.
Arons Auftrag war stellvertretend für Mose vor dem Pharao zu sprechen. Gott sprach mit Mose, aber Mose sprach mit Aron, Mose gab seinem Bruder Anweisungen was er sagen soll und Aron sprach zum Pharao im Namen von Mose.
Du bist ein Prophet Gottes, wenn er dir eine Botschaft gibt, mit dem Auftrag jemandem diese Botschaft in seinem Namen zu überbringen.

Sich bemühen

Darum, liebe Brüder, bemüht euch um die prophetische Rede und wehrt nicht der Zungenrede. (1 Kor 14,39)
Dies alles aber wirkt derselbe eine Geist und teilt einem jeden das Seine zu, wie er will. (1 Kor 12,11)
Wir sollen uns um die Prophetie bemühen aber es ist ein Geschenk, wir können es uns nicht verdienen und wir können Prophetie auch nicht erlernen. Prophetie ist nicht unser Werk, sonder gewirkt vom Heiligen Geist. Gott kann unmissverständlich klar zu uns sprechen, selbst wenn wir ihn nicht kennen, so wie er z.B. mit dem Pharao über Abraham gesprochen hat. Gott kann auch durch uns zu anderen sprechen, wenn wir es selbst nicht verstehen. So lesen wir z.B. von Kaiphas, dass er prophetisch über den stellvertretenden Tot von Jesus gesprochen hat, obwohl er das selbst weder verstand noch geglaubt hat (vgl. Joh 11,49-52).
Was wir aber können, ist lernen auf Gottes Stimme zu hören und wir können lernen über unsere Erfahrungen mit Gott zu sprechen:
Wenn wir im Gebet nicht immer selbst reden, sondern auch mal innehalten, um auf Gott zu hören. Wenn wir Gott nicht vorschreiben, was er uns zu sagen hat, sondern gewillt sind ihm zuzuhören, auch wenn er über etwas anders sprechen will. Wenn wir nicht immer nur Fragen stellen, sondern auch bereit sind, Gottes Fragen an uns zu beantworten.
Wenn uns etwas in der Natur anspricht, in der Bibel anspringt, ein Gedanke uns nicht mehr loslässt, uns ein Gefühl überkommt, welches unseren eigenen Emotionen entgegen steht oder ein Traum einen tiefen Eindruck hinterlässt. Dann können wir mit Gott aber auch mit anderen Christen darüber sprechen, einander fragen: „Was denkst du? Hat Gott darin zu mir gesprochen?“
Je häufiger sich das bestätigt je einfacher wird es für dich, die Stimme Gottes in deinem Alltag zu erkennen.

Die Gemeinde aufrichten

Ich hörte die Stimme des Herrn, wie er sprach: Wen soll ich senden? Wer will unser Bote sein? Ich aber sprach: Hier bin ich, sende mich! (Jes 6,8)
Wer aber prophetisch redet, der redet den Menschen zur Erbauung und zur Ermahnung und zur Tröstung. (1 Kor 14,3)
Jede Prophetie ermahnt, tröstet und baut auf. Das Wort Erbauung
(grich. οἰκοδομή) kommt aus dem Bauwesen und würde ich als Zimmermann mit "aufrichten" übersetzten. Wir sprechen vom Aufrichten, wenn wir die Konstruktion eines Hauses aufstellen. Diese wird Wochen oder sogar Monate lang am Boden vorbereitet, davon sieht man nichts viel, aber wenn wir aufrichten, steht das ganze Haus in nur eins bis drei Tagen; es ist noch nicht fertig aber es steht.
Uns um die Prophetie zu bemühen heisst alles daran zu setzten Gott besser kennen zulernen. Es heisst zu lehren ihm zu vertrauen, damit wir uns – wenn Gott uns mit etwas beauftragt – auch senden lassen. Es kann sein, dass wir uns Monate oder auch Jahre lang vorbereiten und nicht viel Sichtbares passiert.
Aber wenn Gott spricht und du dann sagen kannst: „Hier bin ich, sende mich!“,
wird Gott nicht nur dich sonder die ganze Gemeinde aufgerichtet.

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