Nach dem Gesetz von Jesus Christus leben

Datum: Sonntag, 20. Juni 2021 | Prediger/in:
Serie: | Bibeltext: Galater 5,25 – 6,10

Liebe Gemeinde
Als Christen richten wir uns nach Jesus Christus aus. Gott selber schafft in uns dafür die Voraussetzung. Gott gab den Geist seines Sohnes in das Herz der Christen (Gal 4,6). Christen bekommen den Geist nicht wegen ihren guten Taten, sondern weil sie durch die Predigt auf Jesus Christus hören (Gal 3,2). Gott rüstet uns Christen am Anfang von unserem Glaubensweg mit dem Geschenk des Heiligen Geistes aus. Als Christen leben wir durch den Heiligen Geist. Es kommt nun alles darauf an, dass wir uns im Leben auch vom Heiligen Geist führen lassen.

Jesus Christus wohnt durch den Heiligen Geist in den Herzen von uns Christen. Darum leben Christen nach dem Gesetz von Jesus Christus. Jesus sagt in Joh 13,34: «Ein neues Gebot gebe ich euch». Und in Matt 5,17 sagt er dazu: «Denkt nicht, dass ich gekommen bin, das Gesetz und die Propheten aufzuheben! Ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen». Jesus sagt damit, dass er gekommen ist, das Gesetz Gottes zur Erfüllung zu bringen! Jesus erfüllte am Kreuz das Gesetz Gottes für uns.

Das Gesetz von Jesus Christus führt uns zum Gesetz der Liebe.

Paulus ermahnt uns nicht zur Gesetzestreue, sondern zur Liebe. Einem hungrigen Mädchen haben wir in der Ukraine ein Brötchen gegeben (mehr hatten wir nicht dabei). Es hat es nicht selbst gegessen, sondern mit seinen vier Geschwistern geteilt. Ich kenne Menschen, die das Feriengeld, das sie während der Pandemie nicht gebraucht haben, Menschen weitergaben, die wirtschaftlich in Schwierigkeiten waren. Die Liebe handelt aus der Freude, die wir seit der Wiedergeburt in unseren Herzen haben. Die Liebe handelt im Sinn von unserem himmlischen Vater, der auch unsere Mitmenschen liebt. Durch seinen Tod hat Jesus uns von der Sklaverei der Sünde befreit, die nur auf sich selber schaut. Wer Jesu Erlösung annimmt kann auf das Gesetz von Jesus Christus hören und sich im Leben danach richten. Jesus sagt uns: «Die Worte, die ich zu euch geredet habe, die sind Geist und sind Leben» (Joh 6.,63). Auch wir dürfen an Jesus glauben und erfahren, wie er unser Leben von Grund auf ändert. Gefährlich wird es, wenn Christen einseitig betonen, welche Gaben sie vom Heiligen Geist empfangen haben, um sich wichtig zu machen. Christus schenkt uns seine Erlösung, um ihm und den Menschen in fester Entschlossenheit mit den Gaben des Heiligen Geistes zu dienen. Wenn Christen sich selbst in den Mittelpunkt stellen, müssen wir nach dem Apostel Johannes die Geister prüfen (1Joh4,1). Mir helfen die Zeugnisse der verfolgten Christen, mich ernsthaft auf das Gesetz Christi auszurichten. Denn Paulus warnt uns: «Es gilt nicht nur, den Geist zu besitzen, sondern auch im Geist zu wandeln» (Gal 5,25).

Was bedeutet es im Geist zu wandeln?

Wir gehören mit den anderen Christen zusammen zur Gemeinde Jesu. Uns allen unterlaufen Fehler. Wir hören manchmal auf einseitige Informationen. Darum ist es wichtig, dass Christen einander helfen, die gute Orientierung im Leben zu finden. Dafür brauchen wir theologisches Fachwissen und die Liebe zu den anderen Christen. Paulus zeigt uns an Beispielen auf, wie der Weg der Christen aussieht, wenn wir nach dem Gesetz Christi leben:

Es geht um den Blick für den anderen (26). Menschen, die nur sich selber sehen, werden blind. Sie haben nur das Ziel, sich selber in den Mittelpunkt zu stellen. Darum streben sie nach leerem und vergänglichem Ruhm. Solche Menschen müssen immer Recht haben, sie beneiden andere die mehr haben und müssen ständig davon erzählen, was sie alles erreicht hat. Davon will Christus Menschen befreien. Wo wir den Geltungsdrang ablegen, bekommen wir einen freien Blick für andere und können nach dem Gesetz Christi leben.

Christen helfen einander, in dem sie die Lasten im Leben miteinander tragen. Wo die Sünde Menschen gefangen nimmt, dürfen wir einander helfen bei Jesus Erlösung und Vergebung zu finden. Das Gesetz von Jesus Christus befreit uns, Schuld auf andere zu schieben oder zu verdrängen. Wiedergeborene Christen arbeiten mit Jesu Hilfe an ihrem Leben. Das verbindet sie. Und sie tragen Belastungen gemeinsam, die zu ihrem Leben dazugehören. Versagen, Versuchungen aber auch Süchte sind uns nicht gleichgültig. Wir tragen miteinander auch die Sorge um die Zukunft, die Angst vor Krankheit und die Schwächen in unserem Leben. Darum besuchen wir alte, kranke und arme Menschen. Es geht beim Gesetz der Liebe Jesu immer auch um gegenseitige Wertschätzung. So entstehen immer wieder Liebeswerke von einer Generation zur anderen.

Wir legen den Stolz und die Selbstüberschätzung bei Jesus ab. Mein neues Leben kommt nur aus der Gnade von Jesus Christus! Die Sünde von Glaubensgeschwistern ist für ehrliche Christen wie ein Spiegel. Wer sich selber vor Gott prüft, weiss, dass er im tiefsten seines Herzens auch immer wieder zur Sünde neigt. Jeder Christ hat auch eigene Lasten zu tragen. Ein Blick in unser Leben zeigt, es gibt Nöte, Fragen, Anfechtungen und Zeiten der Einsamkeit, die jeder nur allein tragen kann. Es gibt Auswirkungen von Sünden, die wir nicht einfach abschütteln können. Es gibt Narben und quälende Erinnerungen die wir nicht einfach loswerden. Wenn ich auf die zerstörerische Energie der Sünde in unserer Gesellschaft sehe, zum Beispiel bei den unzähligen Erwachsenen, die Kinder sexuell missbrauchen, dann wird mir bewusst, dass viel Unrecht in dieser Welt, erst bei der Wiederkunft Jesu, gelöst werden wird. «Gott selbst wird dann abwischen alle Tränen von den Augen; der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein (Offb21,4). Ohne diesen Trost würde ich an der Ungerechtigkeit durch den Egoismus verzweifeln.

Im Geist zu leben bekommt eine besondere Bedeutung in Bezug auf das Gericht. «Irret nicht! Gott lässt sich nicht verlachen. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten» (6,7). Wer den Geist Gottes empfangen hat, aber sich nicht nach den konkreten Mahnungen ausrichtet, verspottet Gott. Dieser Hochmut ist die grösste Gefahr für unser Leben: Denn vor Gott wird die Ernte so aussehen, wie die Saat. Was säen wir im Leben? Durch den Heiligen Geist werden Junge und Alte zusammengeführt, um aus der Bibel zu lernen, nach dem Gesetz Jesu zu leben. Jüngere können gerade von den Älteren lernen, wie Jesus unserem Leben gute Ziele und Grenzen setzt. Wir stehen in der Gefahr uns blenden zu lassen von manipulierten Fakten und konstruierten Weltbildern. Daraus bilden sich Gewohnheiten, die zu einem schlechten Umgang mit uns selbst und mit unseren Nächsten führen. Wer das Angebot Jesu, seine Erlösung und Vergebung ablehnt, gibt sich selbst in den Bereich des Fluchs und lebt in der Trennung von Gott und seinen Nächsten. Durch den Eigensinn stehen wir in der Gefahr die Gemeinschaft mit Christus und mit anderen Christen wieder zu verlieren.

Im Geist Gottes leben wir mit offenen Händen. Christen helfen einander mit dem Guten, das sie von Gott empfangen haben. Wer unter dem Gesetz von Jesus Christus lebt, nutzt die Zeit und die Möglichkeiten, einander Gutes zu tun. Welche Gaben hat mir der Heilige Geist gegeben, um anderen damit Gutes zu tun? Wo nehme ich mir Zeit für meine Nächsten, höre ihnen zu und beschenke sie mit dem, was ich weitergeben kann. Imme wieder erfahren wir den Frieden Jesu im Herzen, wo wir nach dem Gesetz von Jesus Christus leben – Amen.

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