Gottes herzliches Erbarmen

Datum: Sonntag, 5. Dezember 2021 | Prediger/in:
Serie: | Bibeltext: Lukas 1,68-79

Das Lukas Evangelium berichtet uns von einem jüdischen Priester mit dem Namen Zacharias. Er ist der Vater von Johannes dem Täufer. Bei der Einsegnung von seinem Sohn Johannes (Beschneidung am achten Tag nach seiner Geburt) wurde Zacharias vom Heiligen Geist erfüllt. Er preist Gott über das Kommen des Messias, wie wenn dieses Ereignis bereits eingetroffen wäre. Er beginnt mit den Worten:

«Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat sich seines Volkes angenommen und ihm Erlösung verschafft und uns aufgerichtet eine Macht des Heils im Hause seines Dieners David»
(Lukas 1, 68-69).

Mit Erlösung ist in der Bibel nicht nur eine Befreiung von irdischen Bedingungen gemeint. Zacharias redet durch die Leitung des Heiligen Geistes von einer umfassenden Befreiung: Durch Jesus Christus richtet Gott für uns seine Macht des Heils auf. Was ist damit gemeint? Heil kommt von heilen. Gesund werden ist in der Bibel mehr, als nur von körperlichen Leiden befreit zu sein. Gottes herzliches Erbarmen will eine vollständige Heilung in unserem Leben bewirken. Dazu braucht es die Rettung von Jesus Christus. Dem Gesund werden geht die Erfahrung der Rettung von Jesus Christus voraus. Er nimmt sich uns Menschen an und erlöst uns von allem, was uns von ihm trennen will. Bei ihm finden Menschen Gottes herzliches Erbarmen. Wir sind ihm wichtig und er liebt uns, denn wir gehören zu seiner guten Schöpfung.

Gott zeigt uns sein herzliches Erbarmen in der Geburt von Jesus

Der Priester Zacharias besingt prophetisch dieses einzigartige wunderbare Wirken Gottes:

«Wie er vorzeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten, dass er uns errettet von unseren Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen, und Barmherzigkeit erzeigte unseren Vätern und gedächte an seinen heiligen Bund und an den Eid, den er geschworen hat unserem Vater Abraham, uns zu geben, dass wir erlöst aus der Hand unserer Feinde, ihm dienten ohne Furcht unser Leben lang in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinen Augen. Und du, Kindlein, wirst ein Prophet des Höchsten heissen. Denn du wirst dem Herrn vorangehen, dass du seinen Weg bereitest und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk in der Vergebung ihrer Sünden, durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes, durch die uns besuchen wird das aufgehende Licht aus der Höhe, damit es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richten unsere Füsse auf den Weg des Friedens.»
(Lukas 1, 70-79)

Zacharias redet davon, dass Gott seine Versprechen an Abraham und David nicht vergessen hat. In Jesus Christus kommt er nicht in seiner göttlichen Majestät zu uns, sondern in seiner Barmherzigkeit. Jesus will uns durch sein herzliches Erbarmen befähigen, in der Heiligkeit und Gerechtigkeit zu leben, die vor Gott gilt. Gottes Gerechtigkeit ist mehr als nur Unrecht verhindern. Sie ist Gottes Lebensordnung, in der alle Geschöpfe zu ihrem Recht kommen. Nach dieser Gerechtigkeit sehnt sich Zacharias, das Volk Israel und alle Menschen. Darum sagt Jesus Christus in Mt. 6,33: «Trachtet zuerst nach Gottes Reich».

Unsere Aufgabe ist es, uns nach Gottes Gerechtigkeit auszurichten. Dadurch überlegen wir, was wir anderen Menschen Gutes tun können. Solange wir uns nur um die eigene Frömmigkeit drehen, sind wir wie die die Pharisäer und Schriftgelehrten. Sie leben nicht für Gottes Reich. Jesus zeigt darum den Menschen, was wahre Gerechtigkeit und Barmherzigkeit ist. Jeder Mensch, der sich auf das barmherzige Handeln von Jesus Christus ausrichtet, erlebt Gottes herzliches Erbarmen. Wir dürfen alle von der Erkenntnis leben, dass uns das herzliche Erbarmen Jesu durch seine Vergebung der Sünden ganzheitlich heilt. Durch diese Erfahrung können wir ein gerechtes Leben einüben, weil wir von Jesus Christus so sehr geliebt werden.

Gottes herzliches Erbarmen leitet uns auf dem Weg mit Jesus Christus

Kinder leben von der gütigen Nähe ihrer Eltern. Sie gehen davon aus, dass die Eltern auch am nächsten Tag für sie sorgen werden. Durch seine Worte und den Heiligen Geist bewirkt Jesus Christus den Glauben und das Vertrauen an ihn. Wir lernen Jesus zu vertrauen, weil er gestern, heute und auch morgen für uns sorgt. Wir vertrauen Jesus, weil nur er unser Leben richtig versorgen und bewahren kann - im Leben und im Sterben. Bereits im Schöpfungsbericht lesen wir, wie Gott mit seinem Licht die Finsternis überwindet. Das Durcheinander fügt sich durch Gottes Licht dem Willen Gottes. Diese Erfahrung dürfen wir auch machen. Gottes Wort ist das Licht, das unser Durcheinander im Leben überwindet. Der Psalmist sagt: «Dein Wort ist eine Leuchte meinem Fuss und ein Licht auf meinem Pfad» (Ps. 119.105).

Jesus Christus sagt uns: «Ich bin das Licht der Welt» (Joh. 8,12). Die prophetischen Worte von Zacharias sind wahr! Halten wir uns an sie, damit auch wir vom herzlichem Erbarmen Gottes leben und anderen weitererzählen können. Jesus erinnert uns daran, dass wir durch sein barmherziges Handeln für Gottes Reich leben sollen. Wie damals die Engel, sollen auch wir heute seine Botschafter sein. Wir erinnern uns an die Botschaft der Engel, die sie den Hirten überbracht haben: «Fürchtet euch nicht! Denn seht ich verkündige euch grosse Freude, die allem Volk widerfahren wird: Euch wurde heute der Retter geboren, der Gesalbte, der Herr, in der Stad Davids» (Lk. 2,10-11).

Jesus Christus beschenkt uns mit herzlichem Erbarmen.

Das Loblied von Zacharias richtet unseren Blick auf Gottes Gnade und Kraft, damit wir ihm vertrauen können. Jesus verkündet uns durch seine Worte Gottes Reich, das durch ihn angebrochen ist. Sein Reden und Handeln in der Welt haben bei vielen Menschen und Familien bis heute aber nicht Frieden, sondern Streit und Auseinandersetzungen bewirkt. Jesu Rettung und Friede übersteigt alles menschliche Verstehen.

Wir brauchen Jesu Erlösung, damit wir seinen Frieden in unserem Leben erfahren. Wir können nicht verhindern, dass uns etwas ins Auge fliegt. Das Auge reagiert darauf mit Tränen bis die Verschmutzung wieder weg ist. Will ich für meine Verletzungen und Verschmutzungen im Leben Jesu Rettung, Erlösung und Vergebung annehmen? Will ich mein Leben mit meinem Heiland Jesus Christus leben? Weiss ich, ob mein Leben Jesus gehört? Das sind die wichtigsten Fragen und Entscheidungen im Leben. Wo ich diese Fragen im Gebet mit Jesus kläre, erfahre ich den umfassenden Frieden bei Jesus, wie ich ihn in der Welt nie finden kann. Paulus redet in seinem Brief an die Philipper davon:

«Und der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus» (Phil. 4,7)

Amen.

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