Ein Festmahl für den Housekeeper

Datum: Sonntag, 27. November 2022 | Prediger/in:
Serie: | Bibeltext: Lukas 12,35-48

Warte vor der Tür

Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir. (Offb 3,20)

Diese Schriftstelle wird oft zitiert, um zu erklären, wie wir eine persönliche Beziehung zu Gott haben können. Wir sagen: Weisst du, Jesus wartet bereits auf dich. Er steht vor deiner Tür – vor deiner Herzenstür und klopft an. Wenn du dich ihm öffnest, wird er in dein Leben treten und Gemeinschaft mit dir haben.
Das stimmt, aber in Offenbarung 3 geht es um etwas anderes. Hier spricht Jesus nicht von unserer Tür, sondern von seiner eigenen.

Laodizea

Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch warm bist. Ach, dass du kalt oder warm wärest! Weil du aber lau bist und weder warm noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde. (Offb 3,15f)

In Mt 24,42–51, Mk 13,33-37 und Lk 12,35-48 erklärt Jesus, dass es bei seiner Wiederkunft so sein wird, wie wenn ein Hauseigentümer verreist und für diese Zeit sein Haus, mit Allem was darin ist, treuen Verwaltern anvertraut. Wenn der Besitzer zurückkommt, klopft er an seiner eigenen Haustür und wartet darauf, dass jemand sie für ihn öffnet.
In Offenbarung 3,20 ist dieses Haus die Gemeinde von Laodizea. Jesus wird auch an unsere Gemeinde klopfen, die Chrischona Sursee ist auch sein Eigentum.
Die Gemeinde in Laodizea war ähnlich wie wir. Sie trafen sich regelmässig zum Gottesdienst, hatten etwas Gemeinschaft, priesen Gott und nahmen Anteil aneinander. Es war keine kaltherzige Gemeinde, aber sie waren auch nicht wirklich heiss. Sie blieben etwas distanziert und zurückhaltend. Gott war ihnen wichtig, aber er war nicht ihr ein und alles. Ich denke, das beschreibt auch unsere Gemeinde sehr treffend.
Zudem war Laodizea eine reiche Gemeinde. Sie waren sich keiner Probleme bewusst und vertrauten ihrem Geld.
Darin sind wir ihnen nicht oder nicht mehr so ähnlich. Ich glaube, vielen von uns ist bewusst, dass es unter uns viele Menschen in schwierigen Situationen gibt. Auch als Gemeinschaft ist spätestens seit dem letzten Gemeinde Versammlung den meisten klar, dass wir auch ganz praktisch auf Gottes Hilfe angewiesen sind. Darin sind wir Gott näher als Loadizea es war.
Aber egal wie nahe wir Gott sind, Jesus wird zu uns kommen. Er wird an die Tür klopfen und warten, bis ihm jemand öffnet.
Sind wir bereit für Jesus?

Panne nach der Hochzeit

Seid gleich den Menschen, die auf ihren Herrn warten, wann er aufbrechen wird von der Hochzeit, damit, wenn er kommt und anklopft, sie ihm sogleich auftun. (Lk 12,36)

Freunde von mir hatten eine wunderschöne Hochzeit. Das Fest war gut organisiert und alles klappte bestens. Aber später hörte ich, dass es nach der Hochzeit eine grosse Panne gab.
Einige Kollegen wollten die Wohnung des Brautpaares verschönern. Dafür nahmen die Trauzeugen dem Brautpaar den Hausschlüssel ab. Als die Frischvermählten mitten in der Nacht todmüde nach Hause kamen, hatten sie keinen Schlüssel und niemand war da, um ihnen die Wohnung zu öffnen. Stell dir vor, du müsstest deine Hochzeitsnacht auf der Strasse verbringen, weil deine Freunde an dein Fest dachten, aber nicht an deine Rückkehr.
Es ist gut, wenn wir uns gründlich auf ein Fest oder einen Gottesdienst vorbereiten. Aber Jesus will, dass wir nicht nur dann, sondern jederzeit bereit sind, ihn zu empfangen.

Kevin – Allein zu Haus

Seid auch ihr bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, da ihr’s nicht meint. (Lk 12,40)

Ich habe mit meinem Vater das Haus meiner Eltern aufgeräumt. In genau 1 ½ Stunden haben wir die Küche geräumt, den Herd geputzt, das Bad gereinigt, den Boden aufgenommen, die Handtücher aufgesammelt und Bierdosen versteckt. Es war eine Höchstleistung. Und wenn dich das nicht beeindruckt, dann nur, weil du nicht weisst, in welchem Zustand das Haus vorher war.
Es war, nachdem meine Mutter für eine Woche verreiste. Nicht Kevin – aber Ben und Jay waren allein zu Hause. Und die Unordnung, die sich in nur einer Woche zwischen uns beiden angesammelt hat, war bemerkenswert. Aber wir wussten genau, wann meine Mutter zurückkehren wird. Mit Putzen haben wir gerade noch rechtzeitig angefangen – aber keine Sekunde zu früh. Es war nicht perfekt aber auch nicht so, dass wir uns hätten schämen müssen.

Jesus wird uns nicht anrufen, kurz bevor er zurückkehrt. Jesus weiss, dass wir sonst zumindest einen Teil das Aufräumen herauszögern würden.
Damit wir Frieden haben
Wenn wir, kurz vor Fertig, den ganzen Müll, der sich jahrelang bei uns ansammelt, endlich aufräumen würden, wäre das für Jesus vielleicht gar nicht so schlimm. Aber für uns ist es schlimm, wenn wir die längste Zeit mit Altlasten leben müssen. Unser Leben ist viel schöner und viel entspannter, wenn wir Unordnung fortlaufend wieder aufräumen.
Dann ist das Warten auf Jesus kein Stress, dann haben wir schon jetzt eine grosse Portion des Friedens, denn wir in vollem Mass haben werden, sobald Jesus wiederkommt.

Frag Gott: Wo gibt es Müll oder Altlasten, die du bereinigen kannst, oder etwas dazu beitragen kannst, damit wir es gemeinsam aufräumen?

Housekeeping

Selig ist der Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, das tun sieht. Wahrlich, ich sage euch: Er wird ihn über alle seine Güter setzen. (Lk 12,43f)

Aus biblischer Sicht ist die Haushaltsführung eine äusserst ehrenvolle Position. Zum Beispiel lesen wir im Alten Testament von Daniel. Er war Housekeeper zuerst für Potifar und später für das ganze ägyptische Reich. Wir sind Housekeeper für die Kirche Jesu, beauftragt uns um seinen gesamten Hausrat und allen die darin leben, zu kümmern. Es ist eine schöne Aufgabe, aber auch ein Fulltime-Job, es gibt immer etwas zu tun und es kommen immer wieder neue Probleme hinzu.

Wenn Jesus wiederkommt

Selig sind die Knechte, die der Herr, wenn er kommt, wachend findet. Wahrlich, ich sage euch: Er wird sich schürzen und wird sie zu Tisch bitten und kommen und ihnen dienen. (Lk 12,37)

Was passiert also, wenn Jesus wiederkommt und wir keine perfekte Ordnung haben?
Nun, es kann sein, dass wir so auf uns selbst fixiert sind, dass wir nicht einmal bemerken, dass Jesus vor der Tür steht und wir ihn warten lassen. Das ist nicht gut.
Noch schlimmer wäre es, wenn wir sehen würden, dass Jesus vor der Tür steht, wir ihn aber warten liesen, weil wir uns schämen und denken, dass wir ganz schnell aufräumen müssen, bevor wir ihn eintreten lassen. Dann werden wir unter grossem Stress versuchen, alles so schnell wie möglich gut zu machen, aber wir werden dieses Ziel nie erreichen, weil immer wieder etwas anderes zu Bruch geht. Das würde bedeuten, Jesus für immer vor der Tür warten zu lassen, während unsere Anspannung steigt. Das ist die Hölle.
Die dritte Möglichkeit ist, dass unsere Vorfreude auf Jesus grösser ist als unser Stolz und wir ihm sofort die Tür öffnen, auch wenn es bei uns ziemlich übel aussieht. Wenn Jesus uns dann bei der Arbeit antrifft, wird er sich schürzen, und mit anpacken. Dann wird es gut, dann wird es richtig gut.
Stell dir vor: Unser Herr und Gott kommt mitten in der Nacht von einer grossen Hochzeit zurück. Er sieht, dass wir noch in Arbeitskleidung sind und auf ihn gewartet haben. Das freut ihn so sehr, dass er sich selbst in Arbeitskleidung stützt. Ein Fest für uns bereitet uns und uns dient.
Meiner Meinung nach ist diese Verheissung in V. 37 die grösste aus der ganzen Bibel.

Bist du gemeint?

Petrus aber sprach: Herr, sagst du dies Gleichnis zu uns oder auch zu allen? Der Herr aber sprach: Wer ist denn der treue und kluge Verwalter, den der Herr über seine Leute setzt, damit er ihnen zur rechten Zeit gibt, was ihnen zusteht? (Lk 12,41f)

Darauf fragte Petrus, ob dieses Gleichnis, dieser Auftrag und diese Verheissung nur für sie oder für alle gilt. Ist dieser Auftrag, sich um das Haus Gottes zu kümmern, nur den Aposteln, den Pastoren, der Gemeindeleitung, den Kids-Treff Leitern usw. gegeben, oder uns allen?
Jesus, der übrigens fast nie direkt auf eine Frage antwortet, stellt eine Gegenfrage, die jeder für sich selbst beantworten muss. „Wer ist denn der treue und kluge Verwalter, den der Herr über seine Leute setzt, damit er ihnen zur rechten Zeit gibt, was ihnen zusteht?“ (Lk 12,42).
Bist du das? Das kann ich nicht für dich beantworten, aber ich hoffe es. Amen.

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